
Albstadt-Ebingen - Mit der Schließung vor rund vier Jahren hat sie ein großes Loch auf dem Campus hinterlassen: die "Ladezone". Nun wird der Studententreffpunkt im früheren "Halli Galli" als "Studentisches Kulturzentrum" wieder zum Leben erweckt.
Nach einem langen, unermüdlichen Kampf mit den Tücken der Bürokratie kann die SIA im "Studentischen Kulturzentrum" wieder die Türen eines Vereinsheims öffnen. Im Erdgeschoss des Haux-Gebäudes soll dem ehemaligen Szenetreff der Albstädter Studenten neues Leben eingehaucht werden – nur wenige Schritte von der alten "Ladezone" entfernt, die heute nicht mehr zum Party Machen, sondern zum Büffeln einlädt.
Am Dienstag habe die SIA den Pachtvertrag für ein Studentisches Kulturzentrum mit dem Studentenwerk Tübingen-Hohenheim unterschrieben, berichtet Tilmann Beetz, Assistent der Geschäftsführung des Studentenwerks. "Alle Beteiligten sind froh, dass es jetzt endlich geklappt hat." Sven Eppler, stellvertretender Vorsitzender der SIA, hat "fast selbst nicht mehr daran geglaubt."
Nun soll der lang gehegte Traum eines neuen Treffpunkts für Studenten in Erfüllung gehen. "Frühestens zum Beginn des Sommersemesters wollen wir öffnen", teilt Eppler im Gespräch mit unserer Zeitung mit. Der Verein überlege, den traditionellen Professorenempfang am ersten Mittwoch des Semesters als Eröffnungsfeier zu nutzen. Für die Studenten solle die Welcome-Back-Party in den neuen Räumen am Tag darauf stattfinden. Wie das Kulturzentrum künftig heißen soll, sei allerdings noch unklar. "Der alte Name ›Ladezone‹ steht noch in den Sternen. Wir wollen die Studenten über den neuen Titel entscheiden lassen", sagt Eppler.
Doch bevor sich das Kulturzentrum – jeden Dienstag, von 20 bis 24 Uhr und donnerstags von 21 bis 1 Uhr – in eine Art Studenten-Kneipe der SIA verwandelt, müssen die Mitglieder erstmal renovieren. "Was genau gemacht werden muss, entscheiden wir am Montag bei einer Vereinssitzung", so der stellvertretende Vorsitzende. An den restlichen Wochentagen stehe der Raum der Hochschule und den Studenten für eigene Veranstaltungen, Präsentationen und Ähnliches zur Verfügung.
Ende März 2009 hatten die Mitglieder der SIA den Mietvertrag für die alte Ladezone gekündigt, da die Hochschule ein Überleben des Studententreffs nach Umbau der Fläche in Vorlesungsräume und Büros nicht zusichern konnte. Damit begann die fieberhafte Suche nach einem neuen Raum. Bereits im Oktober 2008 hat die "Ladezone" ihre Türen für Gäste geschlossen.
Viele Kleinigkeiten haben die Wiedereröffnung lange hinaus gezögert. Die Eigentümerstruktur im Haux-Gebäude sei recht kompliziert, erklärt Beetz. Die Fläche des ehemaligen "Halli Galli" gehöre dem Land Baden-Württemberg. Daher musste die Räumlichkeit öffentlich ausgeschrieben werden. Da dem Höchstbietenden normalerweise der Zuschlag erteilt wird, hatte sich die SIA vorerst nur wenige Chancen ausgerechnet, wie aus den Berichten auf der Internetseite des Vereins hervor geht.
Hochschulrektor Günter Rexer sicherte den Studenten damals seine Unterstützung auf politischer Ebene zu. Als Vorteil im Wettstreit um die Lokalität sahen die Studenten ihre siebenjährige Erfahrung und den Erfolg der "Ladezone". Auch eine Unterschriftenliste, die durch alle Studenten-Jahrgänge ihre Runden machte, sollte dem Glück auf die Sprünge helfen.
Da das Land nicht direkt an Studenten vermieten wollte, sei beschlossen worden, das Studentenwerk mit ins Boot zu holen, so Beetz. Das ehemalige "Halli Galli" sei bereits seit Ende 2010 Favorit der Studenten, erzählt Eppler. Doch bis es nun endlich zur neuen Konzeption und zum frisch unterzeichneten Pachtvertrag kam, mussten sich alle Beteiligten lange in Geduld üben. "Das Amt für Vermögen und Bau wollte für den Raum vorerst keine weitere Verwendung", so Eppler. Mit Hilfe des Studentenwerks Tübingen-Hohenheim ist es der SIA aber gelungen, die Beamten zu überzeugen.