Albstadt Kieckbusch setzt Akzente

Schwarzwälder-Bote, 28.06.2012 21:04 Uhr

Von Wolfgang Brandner

Albstadt-Ebingen. Ein hochinteressantes Konzert voller Kontraste und Überraschungen haben Schüler und Lehrer des Tonkünstlerverbands in der Städtischen Galerie gegeben.

Bekannt und nicht unumstritten für seine unkonventionellen Kompositionen ist Uli Johannes Kieckbusch, der mit bewundernswerter Energie musikalisch gegen den Strom schwimmt und dabei immer wieder neue Entdeckungen und Abenteuer für das Publikum bereithält. Unter dem etwas befremdlichen Titel "Johanni-Konzert" hat Kieckbusch in der Galerie Albstadt ein Ereignis auf die Beine gestellt, zu dem der Regionalverband Zollernalb eingeladen hatte. Bezüge der Musik zu den Werken im Christian-Landenberger-Saal stellte Veronika Mertens, Kuratorin der Ausstellung "Spiegelbilder. Lichtreflexe", her.

Danach eröffnete Mirjam Schumacher das Programm. Souverän und äußerst lebendig geriet ihr die Interpretation von Schuberts "Impromptu in Es-Dur". Amüsant anzuhören war Jean Kleebs jazzige Bearbeitung von Themen aus Mozarts g-moll Sinfonie, die Charlotte Weckenmann rhythmisch pointiert spielte. Nach einem Ragtime in perfektem Tempo und exakter Synkopierung von Florian Peters folgte ein Hit von Lady Gaga mit Till Steinfort am Klavier. Sowohl in Chopins Klangwelt als auch im Singer-Songwriter-Genre wusste Simone Kalmbach absolut zu überzeugen. Miriam Nägele und Johanna Kerscher beendeten den ersten Konzertteil mit einem Duo von Pleyel.

"Gyermekeknek" – so nannte Bela Bartok seine Sammlung von ungarischen und rumänischen Kinderliedern, die er für den Klavierunterricht bearbeitete. Einige Stücke daraus verwandte Kieckbusch für seine neuesten Kompositionen. Angela Seiwerth spielte die Stücke im Original, während Kieckbusch die Themen auf der Mundharmonika aufgriff, sie veränderte, im Kanon einsetzte oder darüber improvisierte.

Seine Komposition "Gyermekieck" – man beachte das Wortspiel – war stark an Bartok angelehnt, setzte aber deutlich eigene Akzente.

Die Sängerinnen Jasmin Rohm und Silja Kitzlinger überzeugten mit äußerst klarer Intonation und Artikulation, begleitet von Helena Straub, die auch eine Brahms-Ballade zum Besten gab.

Andrea Keßler, Violine, und Ulrike Schaper, Klavier, gaben dem Konzert noch eine ganz neue Wendung. Mit der ergreifenden "Melodia" von Gregor Heuer, einem Komponisten, der nach den Erlebnissen im Zweiten Weltkrieg das Komponieren ganz aufgab, und dem konzentrierten Zusammenspiel in Arvo Pärts "Spiegel im Spiegel" setzten sie einen ruhigen und meditativen Schlusspunkt, der wieder den Bezug zur Bildenden Kunst aufgriff.

 
 
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