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Albstadt Immer wieder kommt Neues ans Licht

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Joe Rodriguez (rechts) und sein Piano-Man veredelten die Vernissage musikalisch. Fotos: Nölke Foto: Schwarzwälder-Bote

"Verwoben, verschoben, verlockt" – hat das Motto bei der neuen Ausstellung im Kunst-Werk-Haus mit Textilien zu tun? Die Zahl der Neugierigen, die es bei der Vernissage herausfinden wollten, war groß.

Albstadt-Ebingen. Eine begehbare Skulptur zum Motto "Verwoben, verschoben, verlockt" – wo gibt’s denn so was? Im Kunst-Werk-Haus – genauer: Im Atelier von Isabel Kuczynski. Sie ist eine von acht Künstlern, die im Domizil der Kreativen in der Oberen Vorstadt ihre Ateliers geöffnet haben, um zu zeigen, wie vielseitig sich dieses Motto umsetzen lässt.

Bei der Vernissage mit dem Musiker Joe Rodriguez und den "verwobenen" Köstlichkeiten aus der Küche von Uta Schenk und Lothar Stawinoga gab es für die zahlreichen die Gäste viel zu entdecken. Aus roten Bändern hatte Textilkünstlerin "Isi" ein Netz gespannt, das an Laserstrahlen erinnerte und die Betrachter gleichzeitig zum Limbo verlockte. Die Schnecken auf den Acryl-Gemälden von Irene Adamik sind optisch fast mit der Mauer verwoben, auf der sie nach heftigem Regen surfen. Die Künstlerin ist fasziniert von Schneckenhäusern, betrachtet sie als Sinnbilder des Lebens: Manche sind lebendig, manche leer wie die Gebäude in der oberschlesischen Heimat ihrer Vorfahren, denen Adamik eine Reihe ausdrucksstarker Gemälde gewidmet hat – mit Oxidationstechnik verleiht sie ihnen einen rostige Patina, die den Verfall der einst blühenden Städte erahnen lässt.

Fast schon eine Kunst für sich ist es, eine eigene Technik zu entwickeln – Waltraud Edele ist es gelungen: Aus dem amerikanischen Zeichenstil "Zentangle" – Formen-Zeichnungen zum Zweck der Entspannung – hat sie ihr "Tanglics"-Technik entwickelt; aus Kreisen, Dreiecken, Strichen und anderen Formen komponiert sie größere Figuren, in denen sie kleine versteckt – und die Betrachter müssen schon genau hinsehen, um in ihrem Schneewittchen die sieben Zwerge zu entdecken. Wie riesig ihre Bandbreite an Techniken und Stilformen ist, zeigt Edele aber auch mit fantasievollen Gemälden – mal abstrakt, wie ihr Motto-Werk "Verwoben" und mal gegenständlich wie ihr "Wolkenkuckucksheim".

Sogar die Nudelmaschine kommt zum Einsatz

Nicole Galubovic liebt es präzise und findet selbst da, wo sie viel Raum für Organisches lässt, immer wieder zu geometrischer Klarheit. Zudem gelingt es ihr mit Ei-Tempera, skurrile Welten auf die Leinwand zu bringen, in denen jeder Betrachter etwas für sich entdecken kann. Derzeit faszinieren sie Techniken wie Schichten, Wischen, Kratzen – weil dadurch immer wieder Neues ans Licht kommt. Ähnlich geht es Rolf Jahnke, der mit Karton und Farbe arbeitet – und mit einer Nudelmaschine. Eine Technik, die wie bei alten, abgeblätterten Fresken ganz eigenwillige Motive zu Tage fördert.

Einen besonders persönlichen Bezug hat Renate Kielinger zum Motto hergestellt: "Verwoben" ist sie in Liebe beim Abschied zu ihrem sterbenden Mann, im Bild "Verschoben" geht er hinüber in eine unbekannte Welt, welche die Künstlerin als den Himmel andeutet, und in "Verlockt" findet sie selbst wieder ein Stück Himmel auf Erden. Eindrucksvoll sind außerdem ihre Skulpturen in mal weichen, mal kantigen Formen, sowie ihre Gemälde, auf denen Bären und Wölfe mehr als nur Symbolkraft besitzen.

Wow-Effekte lösen die Skulpturen von Brigitte Stein bei den Betrachtern aus, gibt sie ihnen doch nicht nur ganz besonders ausdrucksstarke Gesichter, sondern rückt sie auch in originelle Kontexte. So sitzt die Mutter der Tochter buchstäblich im Genick, der Vater – noch in seinen eigenen Ketten gefangen – lastet auf dem Sohn. Dass Stein technische Meisterschaft mit hoher Symbolkraft und viel Fantasie verbindet, macht ihre Kreationen, unter denen auch Malereien und Textilkunst sind, so unverwechselbar.

Erna Wolff zeigt ebenfalls Skulpturen, allerdings nicht aus Ton, sondern aus Speckstein, etwa die zwei Menschen in "Zuneigung", die – je nach Blickwinkel – zur Einheit werden. Frech und ein bisschen frivol: der kleine Torso, der an die Venus von Willendorf erinnert, und die gesichtslose Nackte, die sich keusch wegdreht und unter einem Sonnenhut versteckt.

So vielseitig wie die Ausstellung sind auch die Beiträge von Michael Wendel, dem Neunten im Bunde der Künstler. Er zeigt den Menschen in Extremsituationen mit schreiend buntem Gesicht in grobem Pinselstrich und – gleich gegenüber – leicht, tänzerisch, abstrakt und in warmes Orange gehüllt, die Farbe der fast perfekten Aura. Außerdem hat Wendel seine Lieblingsjeans bemalt und stellt sie aus – und die hat auch jede Menge zum Thema "Verlockt" zu sagen.

 
 

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Karina Eyrich

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