Albstadt. 2012 war ein gutes Jahr für die IG Metall Albstadt. Wie der Erste Bevollmächtigte Walter Wadehn in der jüngsten Ortsvorstandssitzung berichtete, hat sie bis Mitte November über 900 neue Mitglieder aufgenommen; ein Drittel davon waren Auszubildende und Jugendliche. Der Anteil der Austritte, so Wadehn, sei deutlich zurückgegangen; die Folge sei ein echter Mitgliederzuwachs. Positiv sei auch die Entwicklung im Angestelltenbereich, wo die Mitgliederzahl um fast fünf Prozent gestiegen sei.

Georg Faigle kommentierte den Tarifabschluss in der Textilindustrie, in dem für 2013 unter anderem drei Prozent mehr Lohn und Gehalt, eine Erhöhung der Ausbildungsvergütungen um 50 Euro und Einmalzahlungen vereinbart worden seien. 2014 sollen Löhne und Gehälter nochmals um zwei Prozent erhöht werden. Enttäuscht konstatierte Faigle, dass in der Textilbranche zwar innovative und zukunftsfähige Produkte hergestellt würden, die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten jedoch alles andere als zeitgemäß seien: Ein hoher Altersdurchschnitt, keine Regelungen zur Altersteilzeit, keine Regelung zur Übernahme von Auszubildenden und fehlende Aufstiegschancen seien für die Beschäftigten nicht gerade verlockend.

Den Plan der Arbeitgeber, den Kündigungsschutz für Ältere zu lockern, habe die IG Metall abgewehrt, berichtete Faigle weiter. Im neuen Jahr wolle sie Gespräche mit den Textilarbeitgebern über einen Tarifvertrag zur Demographie aufnehmen. Ihr Ziel sei ein tragfähiger Kompromiss.