
Albstadt-Ebingen - Die Nachricht kam nur für manche überraschend: Am Montag Abend bei der Sitzung des Feuerwehr-Ausschusses ist bekannt geworden, dass der Ebinger Abteilungskommandant Oliver Gurski sein Rücktrittsgesuch eingereicht hat.
Unter dem Tagesordnungspunkt "Verschiedenes" ist am Montag Abend die Bombe geplatzt: In der Sitzung des Feuerwehrausschusses gab der Ebinger Kommandant Oliver Gurski nach nur zwei Jahren im Amt bekannt, dass er am Montag Morgen sein Rücktrittsgesuch bei Oberbürgermeister Jürgen Gneveckow eingereicht habe. Welche Gründe er angegeben hat, um von seiner Aufgabe entbunden zu werden – Feuerwehrleute können nicht einfach gehen – ist nicht bekannt. Hinter vorgehaltener Hand ist jedoch zu hören, dass Gurski persönliche Gründe angegeben haben soll.
Noch vor wenigen Tagen hatte Oliver Gurski seine Korps-Versammlung im Ebinger Feuerwehrhaus geleitet und dort nicht mit Kritik gespart am Einsatz der Feuerwehrfahrzeuge sowie den Entwicklungen im Zuge der Verabschiedung des Brandschutzbedarfskonzeptes, das mit Hilfe der Fachfirma Rinke entstanden war.
Die Reaktionen auf Gurskis Rede waren unterschiedlich: Hatte er aus Teilen der eigenen Abteilung verhaltenen Beifall bekommen, so hatten die anwesenden Vertreter der Stadt, des Gemeinderates und des Kreisfeuerwehrverbands, aber auch einige Mitglieder der Abteilung selbst, mit Schweigen reagiert.
So lange noch kein Nachfolger gefunden und gewählt sei, bleibe Oliver Gurski rechtlich im Amt, sagte Erster Bürgermeister Anton Reger gestern in einer ersten Stellungnahme auf Anfrage des Schwarzwälder Boten. Das genaue Prozedere müsse er aber noch prüfen. Oliver Gurski war für eine Stellungnahme gestern nicht zu erreichen. Ob auch sein Stellvertreter Patric Emter zurücktreten will, war ebenfalls nicht zu erfahren.
Der Rückhalt für Oliver Gurski in der Ebinger Feuerwehrabteilung ist dem Vernehmen nach schon seit einiger Zeit geschwunden. Gleichzeitig hatte der Kommandant Druck von Seiten der Stadt und des Gemeinderates zu spüren bekommen. Gründe dafür sollen, wie zu hören ist, seine offene Kritik an Einsätzen und Disziplinlosigkeit gegenüber Vorgesetzten gewesen sein. Auch seine Neigung, seinem Ärger öffentlich Luft zu machen – vorbei an der Pressestelle der Stadt Albstadt – hatte ihn mehrfach öffentlich in die Kritik gebracht.
Wer als Gurskis Nachfolger in Frage kommt, das ist nun eine der wichtigsten Fragen. Gehandelt werden nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre vor allem die Namen langgedienter und erfahrener Feuerwehrleute wie Dietmar Joost oder Horst Koch, der schon vor Gurskis Vorgänger Claudius Metzger Kommandant gewesen war.