Albstadt Fastfood scheidet die Geister

Schwarzwälder-Bote, 27.04.2012 20:00 Uhr

Von Beatrix Müller

Albstadt-Onstmettingen. Zu einem "Generationentisch" hatten evangelische und katholische Kichengemeinde im Rahmen ihrer "Woche für das Leben" in die Ochsenscheuer geladen. Thema: das Verhältnis zwischen Jung und Alt.

"Jung und Alt miteinander – geht das überhaupt?" Mit dem Titel des Sketches, den Pfarrerin Maria Gotzen-Dold, ihr Kollege Philippus Maier und Christopher Schick zu Beginn rund um einen "Fahrkartenautomaten" aufführten, war die entscheidende Frage bereits gestellt. Ehe die Mitglieder eines altersmäßig sehr heterogenen Diskussionsposdiums versuchten, Antworten zu finden, stellte Vikar Thorsten Volz, Moderator des "Generationenspiels", aber noch andere, nämlich Wissensfragen, die je nach Gegenstand mal die Jungen und mal die Alten vor Probleme stellte.

Wobei die Jungen nur gelegentlich gegenüber den Alten im Vorteil waren, und dann meist aufgrund von Schnelligkeit. Beim Sockenstopfen dagegen hatten die Älteren die Nase vorn – dank besserer Technik und mehr Übung.

Der Jüngste in der Talkrunde, die Karina Eyrich, Albstädter Redationsleiterin des Schwarzwälder Boten, moderierte, war der 18-jährige Abiturient Simon Vollmer. Nach oben folgten Pastoralassistentin Sophie Zäh, Anna Roth, ihres Zeichens Hausfrau und Mutter, Immobilienmakler Michael Bitzer und – mit 87 Alterspräsident der Runde, der vormalige Schulleiter und Buchautor Alfred Munz.

Haben es die Jungen heutzutage leichter als vor zwei Generationen, sind sie etwa "Weicheier", wollte Eyrich von ihm wissen. Nicht unbedingt, antwortete der Senior, aber vielleicht "nervöser" – angesichts der Informationsflut und der zahlreichen Optionen in ihrem Leben könne man es ihnen kaum verdenken. Kritisch sieht Munz auch die Tendenz zur Spezialisierung – die Jungen lernten nicht, zu improvisieren, und das mache sie hilflos.

Und die "Alten"? Die warnte Munz vor dem "Aufrechnen": Letztlich profitierten sie vom Umgang mit den Jungen, der eine Verjüngungskur sein könne. Sein Ratschlag an seine Altersgenossen: Sie sollten auch das Neue, das Andere, gelten lassen – davon, dass man Manches anders als früher mache, gehe die Welt auch nicht unter.

In einem waren sich alle einig: dass jedes Alter seinen Reiz habe und dass es darauf ankomme, jeder Lebensphase das Beste abzugewinnen. Was dabei als erstrebenswert angesehen wird, ändert sich naturgemäß mit der Zeit. Für Abiturient Vollmer und die 29-jährige Sophie Zäh steht die berufliche Zukunft in Fokus – "Anstrengung ist auch schön", findet Zäh.

Bei mittleren Semestern wie Anna Roth rücken dagegen das Glück der Kinder, die Zufriedenheit im Alltag und – je länger, je mehr – die Gesundheit in den Mittelpunkt. Erwarten, dass die Kinder im Alter für sie da sein werden? Das können sie nicht – Michael Bitzer verwies in diesem Zusammenhang auf die Idee der Mehrgenerationenhäuser – das sei doch eine praktikable Alternative.

Und worin unterscheiden sich Jung und Alt am meisten? Am Ende bei den Essgewohnheiten – an Fastfood mögen sich die Älteren nicht gewöhnen.

 
 
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