Albstadt Exotisches trifft auf Präzision

Schwarzwälder-Bote, 26.06.2012 19:04 Uhr

Von Beatrix Müller

Albstadt-Ebingen. Dunkle, freundliche Gesichter mit dem strahlenden Weiß der Augäpfel begrüßen die Besucher der Vernissage in der Stadtbücherei. Es sind Werke von Dieter Eibl ausgestellt.

Die Aufenthalte des reisefreudigen Dieter Eibl mit seiner Frau Ingelore in Namibia haben den Hobbykünstler nachhaltig geprägt. Seine "menschlichen" Vorlagen rühren aus Fotos, von Bildern aus Prospekten und aus Fotoberichten. Die statischen Objekte wie die Burg Hohenzollern oder das Kloster Birnau sind vor Ort entstanden.

Bei der Vernissage in der Stadtbücherei liefert Schwager Ingo Landenberger mit der Ziehharmonika die Hintergrundsmusik mit Songs von den Beatles, Nabuccos Gefangenenchor, aber auch mit "Musik liegt in der Luft" von Heinz Gietz.

Mit seinen Aquarell- und Kreidezeichnungen besticht Dieter Eibl. Schon seit der Schulzeit hat er Freude am Zeichnen und Malen. Nach seiner Ausbildung zum Mechaniker folgte die des Werkzeugmachers, im Anschluss daran seine Bundeswehrzeit. Dort malte er für seine Kameraden deren Freundinnen vom Foto ab, aber auch Flugzeuge, und damals deutete sich schon die Zukunft des Ebingers an: als Techniker und Maschinenbauzeichner.

In einem Jugoslawienurlaub, als es weit und breit nichts gab, hat er aus Langeweile gemalt, erzählt Eibl. Ende der 1970-er-Jahre entdeckte er die Ölmalerei und beim Besuch der Kunst- und Musikschule 1996 die Aquarellmalerei unter der Leitung von Wolfgang Wiebe. Der Hobbymaler wurde auch Mitglied in der Erwachsenengruppe "Klecks nach sechs" an der Kunstschule. Eibl erweiterte seinen malerischen Horizont beim Privatunterricht in Portrait- und Aquarellmalen bei Maler und Bildhauer Alexander Herdt aus Hechingen.

Wiebe beschreibt in seiner Einführung seinen "Schüler", der schon längst seinen Stil gefunden habe. Dennoch komme er jeden Montag, jahrein jahraus, in die Gruppe, um zu malen. Spuren von Eibl seien auch in Tailfingen zu finden, denn dort betätigt sich der 70-Jährige mit anderen als Fassadenmaler des Maschenmuseums. Frisch und locker beschreibt Wiebe den Hobbymaler als Routinier, dessen berufliche Anforderung sich auch in den Bildern spiegele: "Präzision ist nach wie vor sein Motto", etwa bei Segelschiffen in Aquarelltechnik.

Als Pendant dazu komme das Exotische ins Spiel. Ob Berber, Maghrebiner, Schwarze – sie faszinieren den Betrachter mit deren Ausdruckskraft und Schönheit. In seinem Atelier male Eibl mittlerweile Serien. Er bestimme ein Thema, welches er im Halbjahresrhythmus bearbeite. u Die Ausstellung ist noch bis 28. Juli zu besichtigen.

 
 
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