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Albstadt Erstdruck vom Flohmarkt

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Eine Rarität ist dieses "Taschenbuch zum geselligen Vergnügen" von 1805, das in der Liederbücher-Ausstellung im Lautlinger Schloss zu sehen ist. Foto: Jehle Foto: Schwarzwälder-Bote

Von Volker Jehle Albstadt-Lautlingen. Ein neues altes Buch mit einem Beitrag von Friedrich Schiller ist in der Ausstellung "Liederbücher ab 1800" zu sehen. Für den 15. Jahrgang 1805 des "Taschenbuches zum geselligen Vergnügen" hatte Schiller das – recht moralinsaure – Gedicht "Der Alpenjäger", eines seiner letzten Gedichte, geschrieben. Bekanntlich starb Schiller am 9. Mai 1805.

Das Gedicht ist aber noch zu Lebzeiten erschienen, denn das gesellige Vergnügen an dem Taschenbuch galt ab 1. Januar 1805, wozu das Buch Ende 1804 herausgekommen sein muss.

Ein Schiller-Erstdruck – derlei wird von Antiquaren teuer gehandelt. Hin und wieder, als Glücksfund, entdeckt man so etwas aber auch billig auf einem Flohmarkt, so wie in Horb. Auf diesem Weg kam der nun wohl letzte gewichtige Nachtrag in die Ausstellung "Liederbücher ab 1800" in der Musikhistorischen Sammlung Jehle im Stauffenberg-Schloss, die noch bis 27. April läuft.

Nur – was haben ein Taschenbuch zum geselligen Vergnügen und Schiller mit Liederbüchern zu tun? So ein Taschenbuch ist eben ein Almanach, da sind Erzählungen, Betrachtungen und Gedichte von allerlei Autoren zusammengestellt. Zum geselligen Vergnügen gehörten damals aber alle Künste, also auch Bild und Ton. Zu Beginn des Buches sind zwölf Kupfertafeln eingebunden, fein mit Pergaminzwischenblättern geschützt: Illustrationen zu den Erzählungen, mehrere Landschaftsdarstellungen. Außerdem sind übers Buch verstreut zu acht Gedichten breite Blätter eingebunden, darauf Noten im Typendruck, jeweils zweimal gefaltet und nach rechts aus dem Buch zu klappen: die Komposition des entsprechenden Gedichts.

Und am Ende des Buches folgen 52 Seiten mit Noten wohl in Kupferstich: "4 Angloisen, 2 Quadrillen, 2 Menuetten und 6 Walzer, von Vinzenz Mascheck, Kapellmeister in Prag". Von diesem Mascheck weiß man nicht viel.

Anders die acht Gedichtvertonungen – lauter Lieder. Die meisten Dichter und Komponisten sind heute unbekannt: die Dichter Christian Schreiber, Siegfried August Mahlmann, Gerhard Anton Hermann Gramberg, Carl von Burgwedel, Georg Philipp Schmidt, immerhin Christoph August Tiedge; die Komponisten: Christian Schreiber, der auch gedichtet hat, Christian Gottlieb August Bergt, Vinzenz Mascheck – der erwähnte Kapellmeister aus Prag; hier findet sich nun doch ein Lied von ihm –, Franz Seydelmann und, immerhin, zweimal Carl Friedrich Zelter, Goethes Zelter. Gewiss ebenfalls alles Erstdrucke.

So sind viele Lieder also herausgekommen, ehe man in Liederbüchern nachdruckte, was davon Gefallen gefunden hatte.

Zum Abschluss der Ausstellung lädt Ursula Eppler zu zwei Sonderführungen ein: Eine Osterführung beginnt am Ostermontag, 21. April, um 14.30 Uhr, und eine Führung als Finissage am Sonntag, 27. April, um 14.30 Uhr.

 
 

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