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Albstadt Eine Prinzessin als Taufpatin

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Von Martin Kistner

Albstadt. Vor 175 Jahren wurde in Ebingen die Augustenhilfe gegründet – morgen feiert sie in Ebingen runden Geburtstag. Ehrengast ist der evangelische Landesbischof Frank Otfried July.

Die Augustenhilfe gilt als älteste und traditionsreichste Institution, die in Albstadt Altenpflege betreibt – die meisten Albstädter wissen vermutlich gar nicht, dass sie sich während der längsten Zeit ihrer bisherigen Geschichte gar nicht um alte, sondern um junge Menschen kümmerte. Gegründet wurde sie am 18. Oktober 1840 von evangelischen Ebingern, die 15 elternlosen Kindern – zwölf Jungen und drei Mädchen – eine Heimat geben, den Schulbesuch ermöglichen und so vor Armut und Verwahrlosung bewahren wollten. Die neue Ebinger "Kinderrettungsanstalt" entstand am westlichen Stadtrand; der Standortwahl lag der Gedanke zugrunde, dass man Kinder, die man von der Straße holen wollte, am besten dort einquartierte, wo es keine "Straße" gab, nämlich in der Peripherie.

Ihren Namen verdankt die Augustenhilfe König Wilhelm I von Württemberg – mit der Verleihung der Rechtsfähigkeit hatte er auch von seinem Recht zur Namensgebung Gebrauch gemacht und so seine Tochter verewigt. Die Namenspatronin Augusta Wilhelmine Henriette von Württemberg, nachmalige Herzogin von Sachsen-Weimar-Eisenach, war damals 14 Jahre alt. Im Volksmund hieß die Augustenhilfe "Waisenhaus" oder "Auguste". In den ersten 87 Jahren ist die Chronik nicht sonderlich mitteilsam; für 1927 vermerkt sie dann die Entstehung eines Anbaus auf der Westseite des Waisenhauses – dieses war längst zu klein geworden und die Einrichtungen nicht mehr auf der Höhe der Zeit.

Die wichtigste Zäsur in der Geschichte des Hauses brachte indes das Jahr 1937: Die Nazis weigerten sich, der Augustenhilfe noch Waisenkinder zuzuweisen – christliche Erziehung war nicht erwünscht, es drohte die Enteignung. Gleichzeitig gab es in Ebingen nur unzulängliche Unterbringungsmöglichkeiten für alte und pflegebedürftige Menschen im Obergeschoss des früheren Spitals. Die wurden auf Beschluss des Stadtrats aufgelöst; die Stadt pachtete das bisherige Waisenhaus, ließ es umbauen und quartierte am 1. November 1937 38 alte Menschen darin ein. Sie wurde sozusagen "Schutzmacht" der Augustenhilfe.

Keine Rückkehr mehr zur "Kinderrettung"

Nach den Krieg bedurfte es des Schutzes nicht mehr; der Pachtvertrag wurde aufgelöst, und die Augustenhilfe führte den Heimbetrieb in eigener Regie weiter. Von einer Rückkehr zur Betreuung Jugendlicher sah man ab – die Stadt war gewachsen, und der Inneren Mission lag das Haus jetztzu zentral. Man blieb bei der Altenhilfe, baute aber 1961 einen Kindergarten in der Ulrichstraße – eine temporäre Rückkehr zu den Wurzeln.

1962 wurde der Beschluss gefasst, zwischen Stammhaus und Ulrichstraße einen Neubau zu errichten; die Einweihung fand 1965 statt. Ein weiterer Flügel kam wenig später hinzu. 1986 wurde das einstige Waisenhaus an der Sonnenstraße abgerissen, der dreigeschossige Neubau mit Ein- und Zweibettzimmern 1987 eingeweiht. Ein Jahrzehnt später entschlossen sich die Stiftungsväter zum Sprung in den zweitgrößten Stadtteil – es entstand die Tailfinger Niederlassung der Augustenhilfe. Die letzte große Baumaßnahme war 2004 der Neubau am Ebinger Waisenwegle.

Den runden Geburtstag feiert die Augustenhilfe morgen mit einem Festgottesdienst in der Ebinger Martinskirche, der um 10 Uhr beginnt und dem als Ehrengast der Landesbischof beiwohnt. Um 11.30 Uhr beginnt in der Sonnenstraße ein Tag der offenen Tür mit Führungen und historischen Dokumentationen; es wird bewirtet, und die "Luschtige Schwoba" des Städtischen Orchesters Albstadt spielen zur Unterhaltung auf

 
 

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