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Albstadt "Die Rückseite ist für mich oft interessanter"

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Ein schöner Rücken kann auch entzücken: Künstlerin Ava Smitmans mit ihrer Rückansicht des mey-Fabrikgeländes Foto: Böhler Foto: Schwarzwälder-Bote

Albstadt-Lautlingen. In ihrer Ausstellung "AlbStadtAlb" wirft Künstlerin Ava Smitmans einen Blick hinter die Kulissen. Am Montag hat sie im Museum der Firma "mey" in Lautlingen den zweiten von insgesamt acht Teilen der Ausstellungsreihe eröffnet. Thematisch beschäftigt sie sich mit der Stadtlandschaft der einzelnen Stadtteile.

"Die Rückseite ist oft interessanter", erzählt die Künstlerin. "Dinge wie Mülleimer oder Satellitenschüsseln gehören selbstverständlich zu unserem Leben dazu – nur sind sie in der Regel weniger sichtbar." Ava Smitmans hat sich mit den für die Lautlinger Stadtlandschaft typischen Merkmalen beschäftigt. Gebäudeformen, Natur, dazwischen ein halb im Unterholz versunkener Bauwagen, der die für die Zeichnung titelgebende Aufschrift "Remember Beuys" trägt. Die Werke in der Ausstellung sind zum Teil Zeichnungen, zum größeren Teil aber eine Mischung aus Zeichnung und Wachsgemälde auf Hartfaserplatten. "Auf Leinwand ginge das nicht, da ist der Widerstand zu gering", erläutert die Künstlerin.

Ein Kunstwerk trägt den Titel "Rush Hour in Lautlingen". Doch die Autos scheinen fahrerlos in der Ortsdurchfahrt zu warten – Menschen sind auf keinem einzigen der Bilder zu sehen. Ava Smitmans meint dazu nur: "Die würden nur stören. Wenn ich Menschen in meine Stadtlandschaften gemalt hätte, würden die Leute nur über die nachdenken – mir geht es aber mehr um Gebäudeformen und -farben – und das, was dahinter liegt.

Auf Bildern finden sich keine Menschen – aber bei der Vernissage

Doch zur Vernissage sind Menschen gekommen – auch einige Lautlinger mit ganz persönlichem Bezug zu Smitmans’ Kunst: Josef Peter und Michael Schemminger etwa, Vater und Sohn. Die alte Mühle, die Smitmans in ihrem Werk "Zeitenwechsel" abgebildet hat, ist seit Generationen in Familienbesitz. Der vordere Teil wurde im Jahr 1942 angebaut, der hintere ist noch älter. Ein Riss geht durch die beige Fassade, die von herbstlich leuchtendem Laub umrahmt wird. Wehmut habe der Anblick in ihr ausgelöst, erzählt Ava Smitmans. Sie und Josef Peter Schemminger sind sich vor dem Haus begegnet, als sie es auf einem ihrer Streifzüge durch Lautlingen fotografierte. Da habe sie ihm kurzerhand erklärt, worum es ihr dabei geht, und ihn auch gleich zur Vernissage eingeladen, erzählt Schemminger schmunzelnd. Eine Frau bleibt ebenfalls vor dem Gemälde stehen. Sie erzählt, sie erinnere sich noch, dass ihre Familie in den 1970-er Jahren noch Mehl aus der alten Lautlinger Mühle gekauft habe. Doch die steht inzwischen still. "Das macht mich traurig, wenn solche Gebäude nicht mehr genutzt werden", verrät Ava Smitmans. "Denn irgendwann werden sie dann abgerissen – das ist unvermeidlich. Ich aber habe das Bedürfnis, den Zustand dazwischen in meiner Kunst festzuhalten."

 
 

Ihre Redaktion vor Ort Albstadt

Karina Eyrich

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