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Albstadt Die Liebe zu Albstadt ist geblieben

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Auch in seinem Zuhause – zuletzt in Tübingen – spielte Kunst eine wichtige Rolle für Adolf Smitmans. Fotos: Eyrich Foto: Schwarzwälder-Bote

Wie hätte es Adolf Smitmans gefreut, zur Ausstellungseröffnung seiner Tochter Ava an seine frühere Wirkungsstätte zurückzukehren. Es war ihm nicht vergönnt: Im Alter von 83 Jahren ist der einstige Galeriedirektor in Tübingen gestorben.

Albstadt-Ebingen/Tübingen. Adolf Smitmans mag verstorben sein – im Kunstmuseum Albstadt jedoch lebt das, was er geschaffen hat, weiter. Denn in zwölf Jahren als Leiter der "Galerie Albstadt", wie das Museum bis 2015 hieß, hat er das Haus aus- und die Bestände ausgebaut. Einige seiner Publikationen, darunter jene über die Sammlung Walther Groz, nennt seine Nachfolgerin Veronika Mertens "Standardwerke".

Geboren am 1. März 1933 in Moers am Niederrhein, hatte Smitmans zunächst in katholischer Theologie promoviert und an der Universität Tübingen Altgriechisch und Hebräisch gelehrt. Da beschloss er, auch in Kunstgeschichte zu promovieren – mehr für sich und um zu forschen und zu publizieren, wie der bescheidene Wissbegierige dem Schwarzwälder Boten einst verraten hat.

Dieser Weg führte ihn ins westfälische Warendorf, wo Smitmans das Kunst- und Heimatmuseum in einer einstigen Benediktinerabtei leitete. Das Ereignis, bei dem ihm erstmals der Name "Albstadt" aufgefallen war, lag damals schon zurück: Bei einer Polizeikontrolle auf dem Höhepunkt des RAF-Terrors erfuhr Smitmans, dass die Stadt Ebingen, von der er schon gehört hatte, in etwas Größerem aufgegangen war.

An der dortigen Galerie war die Kunstsammlung zu Hause, die Smitmans wieder in den Südwesten lockte – neben seiner Liebe zur Region um Tübingen. So trat er 1987 die Stelle des Direktors der Galerie an, die er um zwei Etagen erweiterte und deren Sammlungen er Zug um Zug – auch dank wertvoller Schenkungen – ausbaute.

Auch wenn Smitmans eher von Künstlern wie Max Beckmann schwärmte, der "die Lust und das Leiden der Menschen im Gleichgewicht gehalten" habe, so hat er in Albstadt doch auch einen Zugang zu Otto Dix gefunden: "Für mich immer einer der wichtigsten deutschen Künstler – wenn auch nicht der sympathischsten", sagte Smitmans, der auch Dix’ "reiches theologisches Werk" schätzte – viele seiner Bilder zur Bibel gehören zum Albstädter Bestand. Mit "Weitsicht und Fingerspitzengefühl" habe er die Sammlung ausgebaut, schreiben Veronika Mertens und ihre Kollegin Jeannette Brabenetz in ihrer Würdigung des Kunstkenners, dem nie "Marktgängigkeit", sondern die künstlerische Qualität wichtig gewesen sei. Durch "unbedingten Mut zur Nachdenklichkeit, zu Inhalten und Künstlern, die sich gegen den lauten Trend-Betrieb des Kunstmarktes sperrten", habe Smitmans Zeichen gesetzt und "das Profil des Hauses geschärft, dessen überregional guten Ruf gefestigt und mit Offenheit für zeitgenössische Positionen weitergeführt".

Für den Galerieverein hatte Smitmans zahlreiche Kunstreisen geführt und war beim Erklären von Architektur in Gent einmal sogar rückwärts in einen Brunnen gestürzt – die Mitarbeiter des Kunstmuseums nennen ihn heute noch "Smitmans-Brunnen".

Nur eines war ihm nicht gelungen, wie er bei der Verleihung der Staufermedaille im Jahr 2011 durch das Land Baden-Württemberg traurig bekannte: "die Galerie der Mehrheit der Bürger dieser Stadt nahezubringen". Albstadt und die Schwäbische Alb hat Adolf Smitmans dennoch geliebt – und getreu seinem Motto "Man muss Menschen mögen" auch jene Albstädter, die der Kunst nicht so nahe standen wie er.

Auch wenn er bei der Eröffnung der Ausstellung "AlbStadtAlb", an der seine Tochter Ava Smitmans mehr als ein Jahr gearbeitet hat, nun nicht mehr dabei sein kann: Im Kunstmuseum Albstadt wird Adolf Smitmans den würdigen Platz behalten, den er sich in zwölf Jahren als Direktor erarbeitet hat.

 
 

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Karina Eyrich

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