Albstadt Der "Ruhestand" ist jetzt endgültig

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Es dreht sich nichts mehr: Das ehemalige Waldheim-Karussell hat nach der Ausmusterung aus Sicherheitsgründen einen neuen festen Standplatz beim Ochsenhaus bekommen. Foto: Kistner Foto: Schwarzwälder-Bote

Wer erinnert sich noch an das Waldheim-Karussell? Sieben Jahre ist es her, dass das Spielgerät endgültig angehalten und eingemottet wurde, nachdem zweimal Kinder verunglückt waren. Jetzt ist es wieder da.

Albstadt-Ebingen. Immer wieder stellen in jüngster Zeit Besucher des Ochsenhauses fest, dass ihnen die neue kreisrunde Sitzgruppe am Rande des Spielplatzes irgendwie bekannt vorkommt: vier Doppelbänke auf einer Kreisrunden Scheibe aus geriffeltem Stahlblech, in der Mitte eine voluminöse Nabe – ist das nicht das alte Waldheim-Karussell? Richtig.

Nachdem die Stadt Albstadt das Karussell aus Sicherheitsgründen entfernt hatte, war es erst einmal im Betriebshof herumgestanden, hatte Platz weggenommen und war zu nichts nütze gewesen. Irgendwann beschloss die Stadtverwaltung, das Spielgerät, das zum Spielen nicht mehr taugte, zu verschrotten. Davon bekamen die Vorstände des Fördervereins Naherholung Ochsenberg Wind und legten beim damaligen Betriebsamtsleiter Karlheinz Bucken-maier ihr Veto ein: Nicht wegschmeißen! – gib’s uns! Warum nicht, sagte Buckenmaier, von mir aus gerne.

Es hat eine Weile gedauert, bis der Orts- und Besitzerwechsel über die Bühne ging – Buckenmaier war zu diesem Zeitpunkt schon seit Monaten im Ruhestand. Jetzt steht das Waldheim-Karussell auf dem Ochsenberg. Allerdings ist es kein Karussell mehr; ein Sockel, auf dem es sich drehen könnte, ist nicht zu erkennen. Auf den vier Bänken können Kinder sich niederlassen oder alternativ herumturnen, aber einen Drehwurm bekommen sie nicht. Und verletzen können sie sich auch nicht mehr – da ist kein Spalt, in den ein noch so kleiner Fuß passte.

Aber der Schein trügt: Der Sockel ist noch da – man sieht ihn bloß nicht; er sitzt unter dem Blech in der Erde. Theoretisch wäre es möglich, das Karussell wieder als ein solches zu nutzen, und ganz am Anfang hatten sie im Ochsenbergverein auch mit dem Gedanken gespielt, es zu reaktivieren, technische Möglichkeiten geprüft, wie sich die vom Spalt ausgehende Gefahr entschärfen ließe, und erwogen, ob sie nicht kontrollierbar wäre, wenn das Spielgerät auf einem garantiert planen Untergrund stünde – der auf dem Waldheim hatte ein Gefälle gehabt. Aber dann fanden sie die Sache doch zu heikel: Die Haftung hätten der Verein respektive seine Vorstände Jürgen Bitzer, Rainer Linder und Philipp Kalenbach gehabt, und die legten keinen Wert auf schlaflose Nächte.

Und so befindet sich das Karussell jetzt endgültig im "Ruhestand". Was Philipp Kalenbach ein wenig wurmt: Der alte Betriebsamtsleiter hatte noch gemeint, ob die Stadt das Karussell jetzt auf den Schrottplatz oder auf den Ochsenberg schaffe, komme letztlich aufs gleiche hinaus – der neue und sein Baubürgermeister befanden, wenn die Stadt dem Verein das Karussell schon überlasse, könne der gefälligst selber sehen, wie er es auf den Berg befördere. Das Karussell hat Überbreite, der Umzug geriet zum Sondertransport, und der hat den Verein eine dreistellige Summe gekostet. Ein geschenkter Gaul war das Waldheim-Karussell am Ende nicht.

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