Albstadt - Von wegen, Albstadt sei tot: "Wir von der Albstadt Art Connection wollen alle, die das behaupten, Lügen strafen", sagt Matthias Wissmann.Der Filmemacher hat deshalb alle Künstler aus Albstadt, die er kennt, angeschrieben und ein Netzwerk ins Leben gerufen, das weiter wachsen und die "leider zu wenig beachteten Freigeister der Region" zusammenbringen soll. Die Idee für die Albstadt Art Connection (AAC) war Wissmann "aus heiterem Himmel" gekommen.

Inzwischen ist ein Verein daraus geworden, dem Wissmann selbst vorsitzt, zusammen mit dem Musiker Michael Knobel und der Fotografin Katja Bartolec. Künstlern verschiedenster Kunstrichtungen – von Musik, Mode und Malerei über Illustrationen und Streetart, Film und audiovisuelle Medien bis hin zu Grafik, Design und Fotografie – soll die AAC eine Heimat und Plattformen bieten, um sich zu präsentieren. Erste große Gelegenheit wird die Ausstellung "Gibt’s das auch in Farbe?" aus Anlass des Frühlingsfests in der Sigmaringer Straße sein, das am 10. März steigt.

In der Alb-Factory, gegenüber der Aral-Tankstelle, zeigen Street Artists von 11 bis 18 Uhr Illustrationen und Zeichnungen. Foto- und Videokunst fürs Auge, Musik fürs Ohr und Bodypainting zum Zuschauen und Genießen sind nur ein Teil dessen, was die AAC dort vereint. Ein Happening soll das Ganze werden – und zwar das erste, längst nicht das letzte.

Die erste große Party hat die AAC im Balinger Sonnenkeller gefeiert. Dass einige Leute sich daran stören, kann Michael Knobel und Chris Hailfinger nur amüsieren: "Die AAC hört nicht am Ortsschild auf." Hailfinger gehört wie Daniel Graef, Marko Cvetkovic, Christian Zinke, Christian Jegl, Fabio De Siati und Marcel Schlegel dem Ausschuss des frisch gegründeten Vereins an und betont, dass die AAC – trotz ihres Namens – nicht nur für Albstädter offen sei.

Live-Acts in der Galerie-Vernissage?

"Wir wollen neue Talente an Land ziehen", betont auch Knobel: "Es gibt so viele, von denen man noch nie gehört hat." Ein weiteres Vereinsziel könnte bedeuten, dicke Bretter bohren zu müssen: die kunstinteressierten Generationen zusammenzubringen. "14- bis 20-Jährige haben null Interesse, wenn zum Beispiel eine Ausstellung in der Galerie eröffnet wird", sagt Chris Hailfinger. "Aber wenn man das mit Live Acts kombinieren würde, sähe es vielleicht anders aus."

Andererseits sei auch das, was an der Busbahnhof-Wand passiert sei, Kunst – für die sich gerne auch mal die Älteren interessieren dürften. Chris Hailfinger hat an dem Riesen-Graffiti, einem Gemeinschaftswerk, selbst mitgearbeitet.

In der AAC selbst fehlt es ebenfalls nicht an Interaktionen. "Der Vorstand trifft sich regelmäßig, wir haben Fachausschüsse und treffen uns außerdem bei den Jam-Sessions im Kunst-Werk-Haus", berichtet Michael Knobel. Dass die AAC mit den Teams von Kunst-Werk-Haus und Produzentengalerie Alte Kanzlei zusammenarbeiten will – selbstredend. "Darüber hinaus freuen wir uns aber auch über Angebote aus der Gastro-Szene", betont Knobel.

Denn eines will die AAC auch verbessern: das Unterhaltungsangebot für junge Kunstinteressierte der Region. Und diesbezüglich gibt es – trotz mancher Fortschritte – noch viel zu tun in Albstadt.

Weitere Informationen:

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