Albstadt - Die Traufgänge sind eingeschlagen, der erste Premiumwinterwanderweg des Landes wird am 9. März in Burgfelden eröffnet – wie steht es um den dritten Teil des Albstädter Masterplans Tourismus, das Mountainbike-Angebot? Ist auf gutem Weg – oder richtiger: auf vier guten Wegen.

Noch lässt sich über ihren Streckenverlauf nichts Genaues sagen, weil er sich laut Martin Roscher, dem Leiter des Amts für Kultur und Tourismus, praktisch täglich ändert. Eine vorläufige Rahmenplanung gibt es jedoch. Sie sieht einen rund 20 Kilometer langen, besonders für den Einstieg geeigneten Weg in und um Ebingen vor und einen ähnlich langen, anspruchsvolleren im Südosten der Stadt, der seinen Ausgang vom Tailfinger Schützenhaus nimmt und sich von dort über das Waldheim und den Süßen Grund bis an die Straßberger Markungsgrenze erstreckt.

Mit Abstand wichtigster und mit mehr als 50 Kilometern längster Weg ist derjenige, der zur Zeit den absolut unverbindlichen Arbeitstitel "Albstadt Nord" trägt und auf der Landkarte als ein Dreieck mit den Eckpunkten Raichberg, Burgfelden und Degerfeld erscheint. Er berührt alle Stadtteile außer Ebingen, Lautlingen und Laufen.

Der vierte Weg ist zu einem guten Teil identisch mit dem dritten, aber kein Rundwanderweg, sondern Teil eines Alb-Trails, der eines Tages von Aalen bis nach Tuttlingen führen könnte. Ganz ferne, leise Zukunftsmusik ist derzeit eine mit dem Nord-Weg korrespondierende Strecke "Albstadt Süd" oberhalb von Laufen, Lautlingen und Ebingen. Hier sind allerdings noch alle Vorarbeiten zu leisten.

Anders stehen die Dinge im Falle der vier anderen Mountainbiketrails, die künftig unter dem Label "Bikezone Albstadt" firmieren werden. Bei der Planung hat die Stadt einheimische Fachleute wie Rainer Schairer und Wolfgang Meißburger, die Vorsitzenden der RSG Zollern-Alb und des Ski-Clubs Onstmettingen, Ex-Leistungssportlerin Miriam Leibfritz-Schairer und Förster Stefan Schneider konsultiert – den Verdacht, man konzipiere Mountainbikestrecken am Grünen Tisch, ohne sich um Fakten zu kümmern, weist Martin Roscher weit von sich. Alle potenziellen Strecken seien abgefahren worden; man wisse wohl, auf welcher Grundlage man plane.

Und zwar auch aus vielen Gesprächen mit den Betroffenen: etwa mit den 500 privaten Grundstückseigentümern – Sebastian Freund, im Rathaus seit September zuständig für Albstadts Mountainbiketourismus, hat 300 Telefonate geführt, rund 140 Briefe verschickt und 20 Infotermine bestritten. Sodann mit den 20 Jagdpächtern, die sich allerdings weniger von Tagestouristen als von in der Dämmerung "stirnlichternden" Einheimischen beim Ansitzen gestört fühlen, und mit den Behörden, die über die Respektierung von Natur- und Landschaftschutz wachen.

Bedenken von Naturfreunden

Nicht zuletzt sucht die Stadt das Gespräch mit denen, die die Bedenken von Naturfreunden und Wanderern artikulieren, allen voran den Albvereinen: 134 Quadratkilometer, so Freund, messe die Markungsfläche Albstadts, allen- falls ein halbes Prozent davon sei von den Mountainbikeplanungen betroffen.

Rad- und Wanderwegnetz würden so gut wie möglich getrennt, und wo es zum unvermeidlichen Begegnungsverkehr komme, da setze man auf Vernunft, Kinderstube und Dialogbereitschaft der Beteiligten. Ein paar Grundregeln seien zu beachten: auf Wegen bleiben, keine Spuren hinterlassen oder sie wieder beseitigen, Rücksicht auf Wanderer und auf Tiere nehmen, kontrolliert fahren – wenn alle sich daran hielten, dann müsse ein Miteinander doch möglich sein.