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Albstadt Auf der Suche nach den Schmuddelecken

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An die 50 Bilder mit Ebinger, Tailfinger und Truchtelfinger Motiven hat Ava Smitmans in den vergangenen Monaten geschaffen – das auf der Staffelei zeigt ihr Truchtelfinger Lieblingsmotiv, die Front der Metzgerei Furch. Auf den Bildern unten erkennt man den Oberen und Unteren Stadtgraben in Ebingen, die Firma Valet & Ott in der Konrad-Adenauer-Straße und eine Truchtelfinger Einfahrt mit Zigarettenautomat. Foto: Kistner

Albstadt-Truchtelfingen - Neun Albstädter Stadtteile gibt es, drei hat Ava Smitmans, Tübinger Künstlerin und Tochter des einstigen Albstädter Galeriedirektors, mittlerweile erkundet: erst Ebingen, danach Tailfingen und seit Anfang März Truchtelfingen. Ende der Woche bricht sie dort ihre Zelte ab.

Postkartenansichten wird man in der Ausstellung, die am Ende von Ava Smitmans Albstadt-Projekt stehen soll, vergeblich suchen – das war schon klar geworden, als sie es im vergangenen Sommer vorstellte: Smitmans interessiert sich nicht für die Schau- und Schokoladenseiten "ihrer" Städte, sondern für die Schmuddelecken, die Gebrauchsspuren, das Ge- und gegebenenfalls auch Verlebte. Schon in Hamburg, wo sie Kunst studiert hat, suchte und fand sie ihre Motive mit Vorliebe in den Hinterhöfen, auf Industriebrachen, auf Parkplätzen und zwischen Hafenkränen. "Vieles von dem, was ich im Bild ›festgehalten‹ habe, steht inzwischen nicht mehr." Ava Smitmans scheint mehr als einmal die Vorbotin der Abrissbirne gewesen zu sein.

Künstlerischer Dialog mit Eugen Nell

Das wird in Albstadt nicht anders sein: Im AC-Kaufpark, dessen Tage bekanntlich gezählt sind, hat sie sich intensiv umgeschaut; auf ihrer ersten Tailfinger Zeichnung müssen Häuser und Wald sich mit der Rolle der Kulisse begnügen – den Vordergrund füllt das gähnend leere Parkdeck auf dem Dach des AC-Parks. In Truchtelfingen malte sie die Firmengebäude von Valet & Ott; das Wellblech der Außenfassade gab sie sehr wirkungsvoll mit aufgeklebter Wellpappe wieder. In Ebingen schließlich, wo sie in der Alten Kanzlei logierte, hat sie als Replik auf eine Zeichnung Eugen Nells den Unteren Stadtgraben gemalt – aber im Gegensatz zu Nell nicht als kleinstädtisches Idyll, sondern mit eingebautem Kontrast: Sie verlegte den Standort des Betrachters so in den Oberen Stadtgraben hinein, dass Metallzaun, Satellitenempfängerschüsseln und ein Fahrzeugheck den linken Vordergrund dominieren. Widersprüche faszinieren Ava Smitmans.

"Ich finde meine Motive überhaupt nicht häßlich"

Und Zeit: Bei ihrem ersten Besuch in Truchtelfingen stieß sie auf die einstige Metzgerei Furch an der Schmiecha mit dem Schriftzug "Landmetzgerei" auf dem Schaufenster, dessen Design auf die Wirtschaftswunderjahre zurückverweist. Wo Geschichte sichtbar wird, wo der Zahn der Zeit Nagespuren hinterlässt, da ist Ava Smitmans am rechten Platz. Ob sie noch niemand gefragt hat, warum sie nicht lieber schöne Dinge abkonterfeit? "Schon – aber ich finde meine Motive nicht hässlich." Smitmans interessiert sich keineswegs für das Abstoßende – eher für die Schönheit des Alltäglichen.

Ihre Ebinger, Tailfinger und Truchtelfinger Eindrücke zu resümieren, fällt Smitmans nicht ganz leicht. Ebingen erscheint vergleichsweise urban, Truchtelfingen dörflich und Talfingen als eigentümliche, leicht disparate Mischung aus beidem. Bis zum Jahresende will sie Albstadts übrige Stadtteile künstlerisch kennenlernen; die beiden nächsten Stationen sind Laufen und Burgfelden. Irgendwann soll dann auch Margrethausen an die Reihe kommen – ein Déjà-vu-Erlebnis für Smitmans, die dort vor Jahren eine Ausbildung absolvierte. Sie hat sich fest vorgenommen, ihren einstigen Lehrherrn zu besuchen. Bisher ist sie vor lauter Arbeit noch nicht dazu gekommen.

 
 

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Karina Eyrich

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