
Albstadt-Ebingen. "Stiefels Stein. Ein Frauenschicksal von der Schwäbischen Alb" von Gerd Stiefel ist Thema der Autorenlesung am Mittwoch, 8. Februar, in der Stadtbücherei Ebingen.
Am Anfang der Geschichte steht ein Mord. Der Bauer Friedrich Stiefel wird 1893 auf dem nächtlichen Heimweg von Burladingen zu seinem Hofgut "Küche" bei Hermannsdorf getötet. Karoline Stiefel, Friedrichs Frau – und die Urgroßmutter des Autors –, ist nach der Bluttat mit den zwölf Kindern und einem verschuldeten Hof allein. Da trifft eine evangelische Familie im damals vorwiegend katholischen Hohenzollern ein.
Die Frau und ihre Kinder entkommen knapp dem Bettelstab. Der damalige evangelische Stadtpfarrer von Haigerloch Julius Theobald rettet sie davor und bringt sie in dem katholischen Bietenhausen unter.
Gegen den Widerstand der katholischen Bevölkerung wird die Familie dort zur Keimzelle des noch heute existierenden evangelischen Diasporahauses.
Der Autor Gerd Stiefel, 1959 in Ebingen geboren, ist Leiter der Polizeidirektion Sigmaringen. Mit Hilfe historischer Quellen rekonstruierte er die Ereignisse. Obwohl fiktional bearbeitet, entsteht dadurch eine Sozial- und Konfessionsgeschichte mit unmittelbarem Bezug zu seiner Heimat. Die Erzählung ist ein Denkmal für Karoline Stiefel, einer Heldin des Alltags, die das Überleben ihrer Kinder sicherte.
Gerd Stiefel trägt am Mittwoch Passagen aus seinem Buch vor und gibt Hintergrundinformationen zu dessen Entstehung. Die Lesung wird von der Heimatkundlichen Vereinigung Zollernalb organisiert. Sie beginnt um 20 Uhr. Der Eintritt ist frei.