Aichhalden VdK-Gründung erst im zweiten Anlauf von Erfolg gekrönt
Schwarzwälder-Bote, 05.04.2012 18:00 Uhr
Kreisvorstand Reinhard Streuber forderte bei seinem Vortrag in Aichhalden die Politik zum Handeln auf. Foto: HerzogFoto: Schwarzwälder-Bote
Aichhalden (lh). Der VdK-Ortsverein Aichhalden-Rötenberg feierte im Rahmen seiner Hauptversammlung bescheiden sein 60-jähriges Bestehen. Grund genug für Vorsitzende Manuela Magdeburg, in die Historie des Vereins einzutauchen.
So scheiterte am 19. Januar 1952 im "Bräuhaus" der Versuch, einen Ortsverein zu gründen, weil nur 15 Personen gekommen waren und Johannes Summ die Wahl zum Vorsitzenden nicht annahm. Erst der zweite Anlauf am 3. Februar 1952 war von Erfolg gekrönt. Über 60 Interessierte waren ins Gasthaus "Adler" gekommen. Summ wurde zum ersten, Erich Auber zum zweiten Vorsitzenden gewählt. Noch im gleichen Jahr unternahm der junge Verein einen Ausflug und im Dezember gab es die Theateraufführung "Wenn Mutters Tränen fließen". Damals mussten noch viele Mütter mit ihren Kindern Weihnachten ohne die Väter feiern. Im Oktober 1962 wurde das zehnjährige Bestehen gefeiert, die Mitgliederzahl war inzwischen schon auf 93 Personen angestiegen.
Das Jahr 2002 war für den Ortsverein prägend. Zum einen wurde der 50. Geburtstag in der voll besetzten Athletenhalle gefeiert. Zum anderen trafen sich die Vorstände der Ortsvereine von Rötenberg und Aichhalden, um eine Fusion vorzubereiten, da Rötenberg nur noch 17 Mitglieder hatte. Vollzogen wurde der Zusammenschluss dann am 1. März 2003. "Wir können also bald wieder ein kleines Jubiläum feiern", so die Vorsitzende. Aktuell hat der Ortsverein 115 Mitglieder.
Obwohl jährlich immer ein Mitgliederverlust durch Tod zu beklagen ist, gibt es in etwa gleicher Anzahl auch Neueintritte, wodurch die Mitgliederzahl konstant bleibt.
Kreisvorstandsmitglied Reinhard Streuber kritisierte in seinem Vortrag, dass der Aufschwung in Deutschland bei den Rentnern nicht ankomme. Jeder zweite Rentner sei von Altersarmut bedroht. Viele würden sich schämen, staatliche Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Überschüsse in den Rentenkassen sollten nicht zur Senkung der Beiträge verwendet, sondern in die Altersarmut finanziert werden, schlug Streuber vor. Das VdK richte ein besonderes Augenmerk auf behinderte und pflegebedürftige Menschen. In der Pflegeversicherung bestehe dringender Handlungsbedarf. Etwa vier Millionen Menschen werden von Angehörigen gepflegt, aber nur 1,5 Millionen davon würden als pflegebedürftig anerkannt. Tausenden von Demenzkranken werde die Einstufung in die Pflege verweigert. Diese Missstände müssten behoben werden, forderte Streuber.


