Von Georg Borho Aichhalden-Rötenberg. Bei ihrer Begrüßung zum Jahreskonzert des Musikvereins "Eintracht" Rötenberg in der Festhalle mutmaßte die Vorsitzende Sonja Pfau, dass sich mancher sicherlich frage, weshalb die "Eintracht" als Konzertpartner einen Männergesangverein, nämlich den "Frohsinn" Reutin, eingeladen hatte. Das allerdings wurde im Laufe des Konzertabends rasch klar.

Schon bei der Eröffnung durch das Jugendorchester Aichhalden-Rötenberg unter der Leitung von Robert Stuhlberg breitete sich im Publikum ein Raunen aus. Die circa 60 jugendlichen Musiker erwiesen sich zumindest von der Besetzung her als beeindruckendes "großes Orchester". Lisa-Marie Ganter beschrieb "Accolade" von William Himes als ein Stück, das mit prächtiger Struktur, berührenden Melodien und einem rhythmischen Kontrapunkt eine breite Palette musikalischer Farben und Stile bietet. Danach schienen "Party Rock Anthem" und "Viva La Vida" dem begeistert aufspielenden Orchester wie auf den Leib geschrieben. An "Tage wie diese", so der Titel der Zugabe, gelingt eben fast alles.

Der Männergesangverein "Frohsinn" Reutin hat sich unter seinem Chorleiter Claus Penalver in der Region einen Namen verschafft. Dass die geschulten Stimmen des 22-köpfigen Chores Silcher-Werke wie "Ännchen von Tharau", "Schifferlied" und "In einem kühlen Grunde" souverän auch ohne Notenblatt interpretieren, versteht sich von selbst. Wie Ansager Jochen Lohmüller ankündigte, wird das breit gefächerte Repertoire durch das anspruchsvolle "Balkanfeuer" von Otto Groll, in der Klavierbegleitung von Markus Helm, auf eindrucksvolle Weise geprägt.

Mit dem Volkslied "Erlaube mir, feines Mädchen" von Arnold Kempkens hatte der Chor endgültig die Herzen der Freunde des anspruchsvollen Chorgesangs erobert und entfernte sich lediglich mit "Weit, weit weg" von Hubert von Goisern. Mit "Die Kneipe am Moor" von Otto Groll und der kräftigen Solostimme Claus Penalvers setzte der Chor eine weitere Duftmarke, wie auch bei "Über sieben Brücken musst du gehen" und dem sauber interpretierten "Vicino Mare".

Stefan Rehfuß übernahm die Ansage des letzten Programmteils mit dem Musikverein "Eintracht" Rötenberg unter der Leitung von Antal Fenyvesi. "Opening" von Ernst Hoffmann wurde als moderner Marsch mit einer Anfangsfanfare, einem filigranen Mittelteil, einem getragenen Trio und einem "Finale grandioso" angekündigt. Die Sequenzen wurden überzeugend gemeistert, wie auch danach "Chicago Festival".

Der legendäre Ohrwurm "You’ll Be In My Heart" von Phil Collins bot nicht nur seiner poppigen Elemente wegen Hörgenuss. Bei "Robin Hood" schien der Protagonist dann in musikalisch überzeugenden Klangfarben allgegenwärtig. Das von Blasorchestern gern gespielte "Tribute To Dixie" von Gilbert Tinner erfreute mit den Solisten Melanie Broghammer (Saxofon), Bernd Rehfuß (Trompete), Thomas Wössner (Klarinette) und Roger Gunnarsson (Posaune) mit einer weiteren Variante auf überzeugend hohem Niveau.

Als Dirigent Antal Fenyvesi mit seiner Tuba ans Mikrofon trat, um auf unnachahmliche Weise "Erinnerungen an Zirkus Renz" zu intonieren, standen den Zuhörern mit einem gemeinsamen Auftritt der beiden Vereine "Eintracht" und "Frohsinn" und den gespielten und gesungenen "Deutschmeister Regimentsmarsch" und "Der Mond ist aufgegangen" weitere restlos begeisternde Konzerthöhepunkte erst noch bevor.