
Von Karin Schmidtke
Aichhalden-Rötenberg. Eines der arbeitsreichsten Jahre überhaupt liegt hinter dem Musikverein "Eintracht" Rötenberg, doch der Frust war bei der Hauptversammlung deutlich.
Trotz acht Veranstaltungen, die den Finanzhaushalt sichern sollten, hatte Kassier Horst Armbruster ein Minus von 4000 Euro aufzuweisen. Bitter, denn im Vorjahr hatte der Musikverein schon einen Verlust von 5000 Euro zu verzeichnen.
"Irgendwann sollten wir wenigstens auf eine schwarze Null kommen. Sonst gibt es den Musikverein eines Tages nicht mehr", kommentierte Vorsitzender Bernd Rehfuß kritisch. Die Gründe für die Misere seien vorwiegend beim Finanzamt und bei der Gema zu suchen. Dringend bräuchten die Musiker mehr freiwillige Zuwendungen. Dabei ist es auch möglich, ein Musikstück zu "spenden".
Beim Aufbau zum Jahreskonzert hätte sich der Vorstand mehr Elan von den aktiven Mitgliedern gewünscht, dennoch zeigte sich Rehfuß stolz auf seine Leute. Ein fantastisches Konzertprogramm mit steilem musikalischem Anspruch sei geboten gewesen. Durch viele intensive Proben hätten sich die Musiker einen hohen Leistungsstand erarbeitet.
Nach langer Zeit führte im September ein mehrtägiger Ausflug nach Südtirol, der die Kameradschaft stärkte. Als ungünstig hatte Rehfuß die terminliche Umlegung des Dorffests empfunden, was seiner Meinung nach mit für den schlechteren Ablauf verantwortlich war. "Personell waren wir am Limit, vor allem beim Hüttenabbau. Es ist schwierig auch am Montag Helfer zu bekommen", klagte Rehfuß. Außerdem seien Pommes zwar zu gleichen Preisen, aber in unterschiedlichen Portionsgrößen angeboten gewesen.
Enttäuscht zeigte sich der Vorsitzende über das zweitägige Bockbierfest im Frühjahr. Nur vereinzelt seien Rötenberger gekommen, in der Kasse herrschte "…gähnende Leere" und auch am Sonntag sei die Besucherzahl überschaubar gewesen.
Für dieses Jahr ist wieder ein Bockbierfest geplant, das nun stärker beworben werden soll. Sollte das Fest wieder floppen, wird die Veranstaltung abgesetzt.
Viele Registerproben und 41 Vollproben liegen hinter den Mitgliedern. Von rund 75 Prozent Probenbeteiligung, zeigte sich Rehfuß allerdings enttäuscht. Die fleißigsten Probenbesucher erhielten eine Anerkennung. Im musikalischen Bereich habe man sich zwar stark verbessert, doch würde man sich weniger Unruhe, Getratsche und mehr Pünktlichkeit in der Musikstunde wünschen. Manche Musiker fehlten sogar unentschuldigt bei Auftritten, das sei unkameradschaftlich und indiskutabel, tadelte der Vorsitzende.
Schriftführer Jürgen Kindler ließ das Jahr nochmals Revue passieren, bevor Kassier Horst Armbruster dann das Kassenvolumen von 35 000 Euro Einnahmen und 39 000 Euro Ausgaben erläuterte. Kassenprüfer Jörg Broghammer bedauerte das Minus in der Kasse, lobte jedoch die Kassenführung. "So ein Verein wie Musikverein ist doch wichtig im Dorf, das ist doch Tradition", fügte er angesichts der Zahlen an.