
Von Karin Schmidtke Aichhalden-Rötenberg. Volltreffer! Die Schauspiel-Truppe des Sportvereins wählte mit dem Dreiakter "A Mädle muaß her" von Erich Koch ein amüsantes Bühnenstück aus, schneiderte es auf Rötenberg zu und führte es am Wochenende auf. Am Freitagmittag wurde das lustige Bühnenwerk für die Kinder und Senioren aufgeführt, die dem Dreiakter in gemütlicher Runde bei Kaffee und Kuchen folgten. Regisseurin Silvia Joos, die Schauspieler und das Team hinter den Kulissen hatte ganze Arbeit geleistet. Das Publikum füllte außerdem am Freitag- und Samstagabend die Halle.
Nachdem sich Lisa bei einem Sturz auf der Kellertreppe ganz wie ihr dritter Mann das Genick gebrochen hatte (die ersten beiden Männer starben an Pilzvergiftung), drehte sich alles um das zwei Millionen schwere Vermögen der Dame. Doch im Testament, das der sanfte und verklemmte Pfarrer (Ralf Eckert) verlas, hatte die Verstorbene die Bedingung gestellt, dass in den kommenden zwei Jahren ein Mädchen geboren werden müsse, andernfalls ginge das Erbe zu gleichen Teilen an die Kirche und den Tierschutzverein.
Polizeiwachtmeister Willi Lebertran, mit Spitznamen "Cognac" und Vorsitzender des Tierschutzvereins (Steffen Teuscher), ermittelte derweil, ob es sich beim Tod der vermögenden Tante Lisa um Mord handeln könnte. Mit von der Partie waren Lisas Stiefschwestern Magda Schlumberger (Monika Walter) und Mina Brummel (Silvia Joos) mit ihren Ehemännern Emil (Michael Huuck) und Franz (Martin Scheerer).
Als schwer verliebtes Pärchen entpuppte sich gleich zu Anfang der Nachwuchs, Manuela Schlumberger (Steffi Eckert) und Fabian Brummel (Michael Schwab), der heftig turtelte, während die Eltern noch auf dem Leichenschmaus waren.
Ihre Mütter waren im Dorf als "Brennesselgosch" und "Kalaschnikova" bekannt und das Erbe, das drei Katzen und einen Bernhardiner einschloss, brachte jede Menge Zündstoff auf die Bühne. "Ich habe eine Katzenallergie und konnte mal drei Tage nicht mehr reden", kreischte Magda Schlumberger, während Gatte Emil prustete: "Das waren meine drei schönsten Tage!"
Nie streiten und sich ewig lieben wollten sich die Schwestern – was etwa eine Minute anhielt. Während das Kaffeeservice der Verstorbenen schon auf dem Tisch stand, kam heraus, dass Mina der Leiche im Sarg die Halskette ausgezogen hatte und nun selbst trug.
Doch um das Erbe antreten zu können, musste ein Mädchen her und so zerrten die beiden wechseljährigen Weiber ihre Männer ins Schlafzimmer, statt sie ins "Klein Paris" auszugehen lassen. Der Erfolgsdruck stieg damit eminent an.
Im Monolog erklärte der Pfarrer, lange gebraucht zu haben, um Lisa zu diesem Testament zu überreden. Doch auch der Wachtmeister, Vorsitzender des Tierschutzvereins, war scharf auf das Erbe und so wurde er fantasievoll, um Emil und Franz vom Zeugen abzuhalten. Doch Franz hatte sich längst heimlich sterilisieren lassen.
Nach etwas merkwürdigem Aufklärungsunterricht für die Kinder von ihren Vätern nach dem Motto: "Nehmen wir mal an, das sind die Pollen und ich bin eine Hummel", sollte die Fortpflanzung wenigstens bei den Kindern klappen. Turbulent ging das Spiel weiter bis zum Happy End, denn tatsächlich kündigten sich gleich zwei Zwillingsenkelkinder an.
Nach Verklingen des rauschenden Beifalls dankte der Sportvereins-Vorsitzende Otto Vialkowitsch den Schauspielern sowie den Helfern vor und hinter der Bühne und den Spendern für die Tombola. Die Einnahmen aus den Theateraufführungen bilden einen wichtigen Baustein im Jahresetat des Vereins. Als Souffleuse hatte Charlotte Schwab im 39. Jahr gewirkt, für eine perfekte Maske hatte Anja Heinzelmann gesorgt.