Aichhalden (lh). Bei der geplanten ersten Erweiterung und ersten Änderung des Bebauungsplans "Käppelesacker I und II" muss sich die Gemeinde dem Druck der Behörden beugen.

"Wenn wir die Genehmigung bekommen wollen, bleibt uns nichts anderes übrig, als die Forderungen zu erfüllen. Angesichts des bestehenden Zeitdrucks nehmen wir das so hin, gezählt und gesehen haben wir sie nicht. Das werden wir aber im Baugebiet Alter V tun."

Mit diesen Worten reagierte Bürgermeister Ekhard Sekinger zähneknirschend auf angeblich vier vorhandenen Lerchenpaare im Geltungsbereich der Erweiterungsfläche. Aus diesem Grund schreibt das Naturschutzamt eine ganze Reihe von Kompensationsmaßnahmen vor. Und trotzdem war dem Schultes zum Scherzen zumute. Als Planerin Sandra Graf vom Ingenieurteam Oberer Neckar (ITON) vorschlug, die Stellungnahme der Naturschutzbehörde aufgrund des ergiebigen Textes nicht im Detail vorzulesen, da jedes Ratsmitglied die Unterlagen im Vorfeld erhalten habe, nickte er eifrig und witzelte: "Lassen Sie es bleiben, sonst bekomm’ ich noch einen Vogel."

Brisant bei den eingegangenen Stellungnahmen war, dass sich Naturschutzamt und Landwirtschaftsamt bei den geforderten Ausgleichsmaßnahmen zunächst nicht einig waren.

Weil sich durch die Verringerung einer Fläche, die von Acker- zu Grünland umgewandelt wird, ein Ausgleichsdefizit ergibt, muss als zusätzliche Kompensationsmaßnahme durch Waldumbau ein stabiler, standortgerechter und naturnaher Waldmantel geschaffen werden.

Der Knackpunkt, weshalb der Änderungsentwurf des Bebauungsplans in eine zweite, auf zwei Wochen verkürzte Offenlegung muss, ist jedoch die Schallimmissionsprognose. Da im Flächennutzungsplan weitere Flächen für Gewerbe eingestellt wurden, wurde in enger Absprache mit dem Landratsamt das Gebiet "Käppelesacker I und II" in Teilflächen gegliedert, für die Lärmimmissionskontingente festgesetzt wurden.

Die Schallimmissionsprognose musste dadurch überarbeitet, neu berechnet und die Ergebnisse in den Bebauungsplan aufgenommen werden. Nach Auskunft der Planerin steht einer Genehmigung jetzt nichts mehr im Wege. Anfang des kommenden Jahres wird die Entwurfsänderung erneut offengelegt. Ein Satzungsbeschluss kann dann in der Sitzung am 5. Februar gefasst werden.

Ihr Ziel sei es gewesen, so Graf, den geänderten Bebauungsplan innerhalb eines Jahres durchzubringen. Da der Aufstellungsbeschluss am 21. Januar 2012 erfolgte, sei man gar nicht so weit davon entfernt, resümierte sie zufrieden.

Hauptgrund der 8,18 Hektar großen Erweiterung des bestehenden Gewerbegebietes ist es, der ortsansässigen Firmengruppe Simon eine langfristige Standortsicherung mit Betriebserweiterungen zu ermöglichen.