
Aichhalden (lh). Mit einer Gegenstimme befürwortete der Gemeinderat Aichhalden den Abschluss einer öffentlich-rechtlichen Vereinbarung über die zentrale Ausbildung von Forstwirten zwischen der Stadt Oberndorf als Ausbildungsstelle und den waldbesitzenden Kommunen der früheren Forstamtsbereiche Oberndorf, Schramberg und Sulz.
Die finanzielle Beteiligung Aichhaldens beträgt dabei 448 Euro. Wie Hauptamtsleiter Peter Schumacher im Gemeinderat erläuterte, habe die Gemeindeprüfungsanstalt die bislang von der Stadt Oberndorf finanziell allein getragene Ausbildung von Forstwirten beanstandet. Wenn auch derzeit bei den Gemeinden kein weiterer Bedarf an ausgebildeten Waldarbeitern bestehe, sollte insbesondere Hauptschülern die Möglichkeit gegeben werden, diesen Beruf zu erlernen, so die Meinung der Verwaltung. Nach Aussage des Kreisforstamts fänden rund 80 Prozent der ausgebildeten Forstwirte einen Arbeitsplatz, obwohl bei den Kommunen derzeit kein weitere Bedarf bestehe.
Die Vereinbarung sehe die Einrichtung von zwei Ausbildungsplätzen und die Umlegung der Ausbildungskosten nach der Waldfläche der beteiligten Kommunen vor. Bewerbungen würden nur von Gemeinden berücksichtigt, die dieser Vereinbarung beigetreten seien. Die Laufzeit der Vereinbarung betrage fünf Jahre, sie verliere aber ihre Gültigkeit, wenn für die Hälfte der Kommunalwaldflächen Kündigungen ausgesprochen werden, erklärte Schumacher. Die Tatsache, dass in Baden-Württemberg fast nur Kommunen und Landkreise Ausbildungsstellen für Forstwirte anböten, nicht aber die Privatwirtschaft, bezeichnete Gemeinderat Michael Lehrer als "keine glückliche Lösung", weshalb er, als Einziger, dagegen stimmte.
Kreis Rottweil