Von Stephan Wegner

Aichhalden. Sie raucht und faucht und fährt langsam aus dem dreiständigen Schuppen hinaus auf die Drehbühne. Von dort aus geht es zuerst zum Kohle und Wasser fassen, bevor die Dampflok im Maßstab 1:87 auf Strecke gehen kann.

Auch in diesem Jahr raucht und dieselt es wieder an den ersten beiden Adventswochenenden im Hobbykeller von Hans-Peter Storz in Aichhalden für einen guten Zweck.

Jeweils von 10 bis 18 Uhr ziehen am Samstag, 1. und Sonntag 2. Dezember, sowie am Samstag, 8. und Sonntag, 9. Dezember, zahlreiche Lokomotiven schwere Güter- und Personenzüge über die Anlage im Keller der Waldmössinger Straße 2.

Damit auch alles läuft hat Roland Weber, ein Jugendfreund von Storz und Fachmann für Modellanlagen, das Ganze wieder aufgefrischt und einige kleine Details zusätzlich angebracht. So dreht sich nicht nur der Kran zum Beladen des Dampfloktenders mehrere Male, bevor die schwarz-roten Ungetüme ihre Bahn ziehen, sondern es gibt im Hafen mittlerweile auch eine Zwischenladestation für "Schotter", natürlich original aus dem Schramberger Steinbruch.

Natürlich hat sich auch beim rollenden Material etwas gegenüber dem Vorjahr verändert. So sorgt ein gut beladener Ganzzug mit Granulat, gezogen von einer Tauruslokomotive der österreichischen Bahn, für beeindruckenden Transportverkehr auf der Anlage.

Ansonsten gibt es viel Bewährtes zu sehen, aber durch die abwechslungsreiche Gestaltung der Anlagenteile und nicht zuletzt auch durch interessante Fahrstrecken, bei denen man oft nur schwer erraten kann, wo ein gerade im Tunnel verschwundener Zug wieder auftaucht, bleibt der Betrieb rings um den großen Hauptbahnhof spannend.

Nicht umsonst hat deswegen auch das unter Eisenbahnfreunden bekannte und renommierte Märklin-Magazin, das in mehreren Sprachen erscheint in seiner jüngsten Ausgabe die Anlage im Storz’schen Keller in einem ausführlichen Bild- und Textbericht gewürdigt.

390 Meter Gleise sind auf der 40 Quadratmeter großen L-förmigen Anlage verbaut – die trotzdem nicht bahnlastig wirkt. Bis zu 17 Züge der rund 40 eingesetzten Züge können gleichzeitig unterwegs sein, und wer nachzählt, kommt auf über 300 Waggons. Die Bahngesellschaften, die diese Gleise befahren "dürfen" kommen aus Deutschland (DB), der Schweiz (SBB) und Österreich (ÖBB). Es würden dort eben die schönsten Lokomotiven fahren, ist die Ansicht von Weber. Und so treffen sich nicht nur Züge der drei Bahngesellschaften, sondern auch aus verschiedenen Epochen aufeinander: Dampf, Diesel und Elektro – von der Nachkriegszeit bis heute.

Und so darf natürlich auch die legendäre einst auch auf der Schwarzwaldbahn beheimatete Diesellok V200 nicht fehlen, an deren Sound sich Weber aus seiner Jugendzeit noch gut erinnern kann. "Wer das einmal gehört hat, vergisst es nie wieder", sagt er. Auch wenn im Kleinen der Sound der Lok vielleicht nicht vollständig dem Original entspricht, beeindruckend ist es allemal, was die digitale Technik mittlerweile für Möglichkeiten im Miniaturmaßstab erlaubt.

Weitere Informationen: www.modellbau-weber.de; Eintritt: Kinder: 2,50 Euro, Erwachsene 5 Euro, Familien maximal 15 Euro.