Aichhalden-Rötenberg. Ihren 90. Geburtstag feierte kürzlich Herta Schmid aus Rötenberg.

Die Jubilarin kam am 1. Dezember 1922 als Herta Kühn in Zeithain, Sachsen, zur Welt. Während des Zweiten Weltkrieges, im Jahr 1943, lernte sie ihren späteren Mann Ernst Schmid kennen. Das Paar heiratete am 24. Dezember 1944 im Heimatort der Braut.

Im April 1945 kam Sohn Jürgen zur Welt. Nur wenig später, im Juli desselben Jahres, flüchtete die junge Familie vor den Russen über die "grüne Grenze" in die Heimat des Ehemanns. Rund 750 Kilometer weit ging es mal zu Fuß, mal mit der Bahn, aber immer mit Kinderwagen – sonst nichts.

In Rötenberg angekommen, erwartete die junge Frau eine sehr schwierige Zeit als "Fremde". So musste sie sich gleich mit der Landwirtschaft und den damit verbundenen Aufgaben anfreunden. Dabei hatte sie beispielsweise vom Melken bisher kaum Ahnung gehabt. Zur Familie gehörten bald weitere Kinder: Die Töchter Heiderose (Jahrgang 1946), Eva (1950) und Ruth (1958).

Während dieser Zeit arbeitete die Jubilarin auch als Erntehelferin bei anderen Bauern, bis sie 1955 in den Postdienst eintrat und ihren Mann, den "Bott", unterstützte. Dadurch wurde Herta Schmid dann doch recht schnell zu einer Schwäbin.

Im Jahr 1982 ging sie dann in den Ruhestand. Im selben Jahr starb ihr Mann Ernst. Herta Schmid erfreute sich derweil guter Gesundheit. Bis vor drei Jahren fuhr sie noch jedes Jahr in ihre "alte Heimat" zum jährlichen Klassentreffen.

In all den Jahren machte ihr die Gartenarbeiten viel Freude. Vor allem aber freut sie sich über sieben Enkel und inzwischen vier Urenkel. Selbst mit 90 wohnt die Jubilarin noch recht selbstständig in ihrem Haus. Dort wird sie von ihren Kindern betreut.