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Rosenfeld Gentechnik weiter im Visier

Tobias Lupfer , vom 05.01.2012 06:01 Uhr
Natur pur: Der Rosenfelder Verein Mellifera will sich weiter stark dafür machen, dass Bienen Pollen sammeln können, ohne dabei gentechnisch verändertes Material in die Honigproduktion einzuschleppen. 
 Foto: Pleul
Natur pur: Der Rosenfelder Verein Mellifera will sich weiter stark dafür machen, dass Bienen Pollen sammeln können, ohne dabei gentechnisch verändertes Material in die Honigproduktion einzuschleppen. Foto: Pleul

Rosenfeld - Der Kampf geht weiter: Nach dem Erfolg vor dem Europäischen Gerichtshof gegen Gentechnik in Honig plant der Rosenfelder Verein Mellifera weitere Aktionen gegen die zunehmende Industrialisierung in der Landwirtschaft.

"Es ist eine teuflische Situation", malt Vorsitzender Thomas Radetzki ein düsteres Bild mit Blick auf die zunehmende Industrialisierung der Landwirtschaft. "Es sind heute existenzielle Fragen der Ernährung der Menschheit." So hätten Massenproduktion und gentechnisch veränderte Pflanzen nicht nur Auswirkungen auf den heimischen Einkaufskorb – durch die globalen Märkte hätten diese Themen vielmehr weltweite Auswirkungen.

Als Zwischenerfolg verweist Mellifera in dem neuesten Informationsschreiben da gern auf eine aktuelle Untersuchung der Zeitschrift Ökotest: Einzig deutscher Honig enthalte derzeit keine Pollen von gentechnisch veränderten Pflanzen. Wie berichtet, war Mellifera zusammen mit dem Augsburger Imker Karl Heinz Bablok bis vor den Europäischen Gerichtshof gezogen. Der urteilte, dass Honig, der Pollen von genveränderten Pflanzen enthält, in der EU nicht mehr verkauft werden darf – es sei denn, die Pflanzen sind als Lebensmittel zugelassen.

300 Kilogramm Honig vernichtet

Nun gelte es abzuwarten: Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof in München hat nun die Aufgabe, das EU-Urteil umzusetzen. Konkret gehe es darum, die Schadensersatzansprüche Babloks abzuklären: Knapp 300 Kilogramm Honig hatte Bablok in die Müllverbrennungsanlage kippen müssen, nachdem darin Pollen eines genveränderten Maises des US-Agrarkonzerns Monsanto gefunden worden waren – und diesen Schaden müsse der Freistaat Bayern nun bezahlen, fordert Radetzki.

Noch gebe es für die Verhandlung keinen Termin, eine außergerichtliche Einigung kommt für Radetzki aber nicht infrage. Als "Leuchtturmverfahren" soll das Urteil, für das man notfalls auch vor den Bundesgerichtshof ziehe, später als Orientierung in ähnlichen Fällen dienen. Weitere Projekte von Mellifera und den Mitstreitern seien geplant – doch will Radetzki dazu noch nichts Genaues verraten. Nur so viel: "Wir sind bundesweit gut vernetzt."

Flagge zeigen wird der Vorsitzende des Rosenfelder Vereins auch am 21. Januar bei einer Großdemonstration in Berlin: "Wir haben es satt" lautet der Slogan, unter dem neben kirchlichen und landwirtschaftlichen Verbänden auch der Naturschutzbund aufruft, gegen Agrarindustrie und die damit verbundenen Probleme Stellung zu beziehen. Und dafür findet Radetzki dann wieder deutliche Worte: "Es geht nicht darum, dass da ein paar ›Ökospinner‹ ein bisschen gesündere Lebensmittel essen wollen."

Weitere Informationen:

www.wir-haben-es-satt.de

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